This is Taiwaaaaaaaan!

Ende des 19. Jahrhunderts, anektierte das Kaiserreich Japan im Anschluss an den ersten japanisch-chinesichen-Krieg, die Insel Taiwan und führte diese als japanische Kolonie. Während dieser Zeit, wurden einige der japanischen Traditionen und Rituale in der taiwanischen Bevölkerung verbreitet. So auch Seppuku und Jigai, auch bekannt als rituelle Selbsttötung oder dem gebräuchlichen lateinischen Wort Suizid. Soweit zum geschichtlichen Hintergrund.

Nun erinnern sich die einen oder anderen auch, an die noch recht jungen Ereignisse beim französischen Kommunikationsanbieter France Telecom. Mehrere Konzernmitarbeiter haben dort (angeblich, s. U.) Selbstmord begangen und so die Führungsspitze und Aufsichtsräte, auf das angespannte Arbeitsklima aufmerksam gemacht. Gut, man hätte vielleicht auch einfach nur demonstrieren oder das Unternehmen selbst sabotieren können, aber das wäre ja nicht so aufmerksamkeitswirksam gewesen und hätte viel mehr zeitliche und körperliche Anstrengung erfordert.

Aber nun zurück nach Taiwan. Dort herrscht nun eine ebenfalls angespannte Lage bei einem Technologie-Unternehmen, welches im Auftrag anderer Großkonzerne, elektronische Geräte wie tragbare Computer und Smartphones, zum Beispiel mit dem Logo eines angeknabberten Apfels, herstellt. Auch hier geht man von Selbstmord aus. Na ja, an Seppuku und Jigai reicht es bei weitem nicht heran, werden diese Rituale doch durchgeführt, um die eigene und die Familienehre wieder herzustellen und der moderne taiwanische Selbstmord wird auch nicht mehr mit Schwertern und Haarnadeln durchgeführt. Stattdessen schmeißt man sich von Hochhausdächern, damit der zermatschte Blutkäse, der auf den Gehwegen kleben bleibt, noch ein wenig Anime-Splatter-Flair für die Presse bereitstellt. Auch kann man in den Resten ja so schön mit einem Gegenstand rumstochern, was wiederrum das „Mittendrin, statt nur dabei“-Gefühl stützt.

Die Krux ist jedoch, dass es kriminalistisch leider nicht wirklich einwandfrei festzustellen ist, ob der Sturz von einem Hochhaus Selbstmord oder doch Mord war, falls kein Augenzeuge vorhanden ist. Wie sollte man auch noch etwaige Schäden der Zerschmetterung voneinander unterscheiden, wenn der Leichnam nur noch mit einem Spachtel vom Boden gekratzt oder mit einem Dampfsauger aufgelesen werden kann. Die Konzernspitze hat sich nun dazu entschlossen, die ganzflächige Kameraüberwachung zu reaktivieren, welche mit ein wenig Glück, Aufschluss über die aktuelle Todesrate der Angestellten liefern könnte. Interessant ist jedoch, dass die meisten Verstorbenen japanischer Abstammung zu sein scheinen. Wir bleiben gespannt, ob der näheren Entwicklung.

Nachtrag:

Noch während dieser Artikel verfasst wurde, erreichte die KS-Redaktion ein erstes Bild der Kameraüberwachung. Erschütternd.

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